Warum wir mindestens 80% Wahlbeteiligung wollen

Willkommen bei „80 Prozent für Deutschland“

Bei der nächsten Bundestagwahl am 24. September 2017 sind rund drei Millionen Erstwählerinnen und Erstwähler aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Das sind alle Deutschen, die seit der letzten Bundestagswahl volljährig geworden sind – immerhin 4,8 Prozent der Wahlberechtigten. Das sind vor allem drei Millionen junge Menschen, die die politische und gesellschaftliche Entwicklung in unserem Land mitbestimmen – und wie wir finden, sich das Recht dazu auch nehmen sollten.

Wer nicht wählt, bleibt stumm

Bei der letzten Bundestagswahl lag die Wahlbeteiligung bei 72,4 Prozent, von den Erstwählern gingen sogar nur 64,2 Prozent zur Wahl. Das ist erschreckend wenig, wenn man bedenkt, wie wichtig uns allen Demokratie und Freiheit ist. Fleißig zur Wahl gehen nur die Älteren, besonders die über 60-Jährigen.

Wir wollen das ändern. Mit der Initiative 80 Prozent für Deutschland wollen wir junge Menschen – nicht nur Erstwähler – motivieren, ihre Interessen zu vertreten und ihre Zukunft in die Hand zu nehmen. Und das Einfachste ist, wählen zu gehen. Es hat sich in den letzten Monaten immer wieder gezeigt, dass Demokratie und der Erhalt demokratischer Grundwerte nicht selbstverständlich sind. Daher sollten wir aktiv für sie eintreten und unser Recht auf freie Wahlen wahrnehmen. Auch wenn die einzelne Stimme sich scheinbar nicht im Ergebnis wiederfindet – alle gemeinsam können wir viel erreichen. Auch 80 Prozent Wahlbeteiligung für Deutschland.

Deine Wahl – FAQ für Erstwähler

Der erste Gang an die Wahlurne ist mit vielen Fragen verbunden – angefangen von der Frage „Wie geht das?“ bis hin zu Fragen wie: „Wen soll ich eigentlich wählen?“. Die letzte Frage können wir niemandem beantworten, das muss jeder für sich entscheiden. Aber: Wie das geht und wie ihr euch eine Meinung bildet, dabei können und wollen wir euch unterstützen.

Hier geben wir Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Aber wir wissen, es gibt noch so viel mehr zu fragen und noch mehr zu berichten.

Warum ist eine hohe Wahlbeteiligung wichtig?

Nur wenn möglichst viele Wahlberechtigte abstimmen, repräsentiert der Bundestag auch die gesamte Gesellschaft.
Denn darum geht es in einer Demokratie: Alle Menschen haben das gleiche Recht, gehört zu werden. Dies geschieht über die Wahl des Bundestages. Nur wenn du deine Stimme abgibst, können deine Interessen dort auch vertreten werden.

Mehr dazu: Dr. Armin Schäfer – Demokratie? Mehr oder weniger

Was passiert bei einer geringen Wahlbeteiligung?

Wenige Stimmen können nur die Meinung derer wiedergeben, die zu den Wahlen gehen. Sind diese Meinungen extrem, scheint es so, als wären sehr viele Menschen in diesem Land der gleichen extremen Ansicht – obwohl das vielleicht gar nicht der Fall ist.
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass eine geringe Wahlbeteiligung die soziale Ungerechtigkeit in einem Staat verstärkt. Das heißt, je weniger Bürger wählen gehen, umso ungerechter geht es in deinem Land zu. Es liegt also an dir, dies durch dein Kreuz auf dem Wahlzettel zu verhindern.

Was kann ich gegen eine geringe Wahlbeteiligung tun?

Deine Wahl führt dazu, dass andere wählen gehen. Wissenschaftler haben bewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit des Wählens steigt, wenn Familie, Freundinnen und Freunde sowie Nachbarinnen und Nachbarn ebenfalls wählen gehen. Du kannst also ein gutes Beispiel sein und damit die Wahlen gleich doppelt aufwerten.

Was passiert bei der Bundestagswahl?

Bei der Bundestagswahl wird über die Zusammensetzung des Bundestages abgestimmt. Alle mindestens 598 Abgeordneten des Bundestages müssen neu oder wieder gewählt werden. Mit der Bundestagswahl wird auch die Regierung, das heißt der Bundeskanzler und sein Kabinett, neu bestimmt.

Welche Funktion hat der Bundestag?

Der Bundestag ist die Volksvertretung der Bundesrepublik Deutschland und als Gesetzgebungsgremium ihr wichtigstes Organ. Das Parlament stimmt zum Beispiel über geplante Staatsausgaben und neue Gesetze ab. Außerdem wählen die Abgeordneten den Bundeskanzler.

Der Bundeskanzler wird also nicht direkt gewählt?

Formal wird der Bundeskanzler vom Bundestag gewählt. Aber natürlich bestimmen die Wähler durch die Zusammensetzung des Bundestages, welcher Kanzlerkandidat die größten Chancen hat. Wer die meisten Stimmen hat, bildet die Regierung, d.h. stellt einen Kandidaten oder eine Kandidatin für das Kanzleramt auf. Wenn keine Partei alleine genügend Stimmen hat, werden in der Regel Koalitionen mit anderen Parteien gebildet, so lange bis es zu einer Mehrheit kommt. Der Bundeskanzler ernennt dann die Minister des Kabinetts.

Woher weiß ich denn, ob ich wahlberechtigt bin?

Wahlberechtigt sind alle, die am Stichtag 24. September 2017 18 Jahre alt sind und einen deutschen Pass haben. Jeder Wahlberechtigte erhält einige Wochen vor der Wahl eine Wahlbenachrichtigung. Darin steht auch, wo das Wahllokal ist und wie man an der Briefwahl teilnimmt, wenn man am Wahltag nicht vor Ort sein kann. Wer keine Post bekommt, sollte bei der zuständigen Gemeindebehörde überprüfen lassen, ob er oder sie als wahlberechtigt eingetragen ist.

Was bedeutet denn, dass die Wahl „allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim“ ist?

Das sind die fünf Grundprinzipien unseres Wahlrechtes:

  • Allgemein heißt, dass grundsätzlich alle Staatsbürger, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, wählen und gewählt werden können.
  • Unmittelbar bezeichnet, dass die Abgeordneten direkt und allein durch deine Stimme gewählt werden.
  • Die Wahl ist frei, weil du deine Wahlentscheidung ohne Beeinflussung, Zwang und ohne unter Druck gesetzt zu werden, treffen kannst.
  • Gleich bedeutet, dass jede abgegebene Stimme gleich viel zählt.
  • Und schließlich wird geheim abgestimmt, d.h. niemand darf dich bei der Wahl beobachten oder fragen, wie du abgestimmt hast

Was ist denn der Unterschied zwischen Erststimme und Zweitstimme?

Bei der Bundestagswahl hast du insgesamt zwei Stimmen. Mit deiner Erststimme wählst du einen Kandidaten oder eine Kandidatin, der oder die deinen Wahlkreis im Bundestag vertreten soll. Das heißt, dass die Kandidatin oder der Kandidat mit den meisten Stimmen mit einem sogenannten Direktmandat in den Deutschen Bundestag einzieht.

Mit deiner Zweitstimme wählst du die Landesliste einer Partei. Diese haben die einzelnen Parteien schon vor der Bundestagswahl für dein Bundesland erstellt. Die Landesliste legt die Reihenfolge fest, in der die Parteien ihre Kandidaten in den Bundestag schicken wollen.

Warum werben denn die Parteien immer damit, dass man ihnen die Zweitstimme geben soll?

Je mehr Zweitstimmen eine Partei bekommt, desto mehr der 598 Sitze hat sie später insgesamt im Bundestag.

Jeder Sitz, der nach der Wahl einer Partei aufgrund der Zweitstimmen zusteht, wird dann zuerst mit einem durch die Erststimmen bestimmten Direktkandidaten aus den 299 Wahlkreisen besetzt. Die restlichen Plätze werden dann in der Reihenfolge besetzt, die in den Landeslisten festgelegt ist.

Unter dem folgenden Link findest du nochmal alles in einem anschaulichen Video erklärt:
http://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/leicht-erklaert-so-wird-der-bundestag-gewaehlt-12561109.html?

Was ist denn die „Fünf-Prozent-Hürde“?

Um in den Bundestag zu kommen, muss eine Partei mindestens fünf Prozent aller Zweitstimmen gewinnen.

Diese Regelung verhindert eine Zersplitterung des Parlaments durch die vertretenen Parteien und ermöglicht die Bildung von stabilen Mehrheiten.

Wie kann ich denn nun herausfinden, wen ich wählen soll?

Überlege zunächst, welche Themen dir wichtig sind. Ist es zum Beispiel Umweltschutz, Arbeit oder soziale Gerechtigkeit? Oder sind es andere Themen? Schau dann in den Wahlprogrammen der Parteien nach, welche Position sie dazu haben. Du kannst auch direkt fragen: Es sollte kein Problem sein, zu den Bundestagsabgeordneten oder den Kandidaten deines Wahlkreises Kontakt aufzunehmen, um mit ihnen über deine politischen Fragen zu sprechen. Vor der Wahl sind auch viele Kandidaten auf Veranstaltungen oder Infoständen in der Stadt unterwegs.
Eine gute Orientierungshilfe bietet der Wahl-O-Mat. Im Wahl-O-Mat sind die Programme der Parteien übersichtlich zusammengefasst.

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Niklas Wolff,
dualer Student F.A.Z.

„Ich finde die Initiative 80 Prozent für Deutschland wichtig, weil vor allem die Jung- und Erstwähler erreicht werden. Die Challenges werden jede Menge wohltätige Aktionen, witzige Videos und Motivation zur Wahl zu gehen hervorbringen.“

Sandra May,
Studentische Aushilfe Lesermarkt

„Es ist wichtig so viele Wähler, wie möglich zu erreichen. Gerade junge Wähler sind wichtig, sie sind schließlich die Zukunft.“

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